Variety of the South

Donnerstag, 6. Juni 2024

Ich machte keinen Stress und fuhr gemütlich gegen 9:30 Uhr vom Hotel weg. Für die Fahrt nach Russellville hatte ich mir unterwegs vier Ziele rausgesucht. Als Birmingham dann hinter mir lag und ich von den „großen Straßen“ weg war, alles etwas ruhiger wurde, der Verkehr deutlich weniger war, empfand ich das als richtige Wohltat.

Mein erstes Ziel war die Easley Covered Bridge. Nur klein bzw. kurz und zu meinem Erstaunen war sie noch „in Betrieb“ und ich fuhr sogar drüber

Danach ging es zum Blountsville Historical Park. Hier haben eine Gruppe Leute aus Blountsville alte Häuser „gesammelt“ und liebevoll restauriert.

Das Gelände ist sehr klein und überschaubar. Und ich war der einzige Besucher, was mir eine Privatführung durch den Caretaker oder Housekeeper einbrachte. Herrjeh... ich wollte doch nur fotografieren. Aber so tippelte ich brav mit ihm von Haus zu Haus und erfuhr doch so manches interessante Detail

Z.B. was es mit diesen „Flaschenbäumen“ auf sich hat, die man hier im Süden immer wieder sieht. Diese kommen aus der afrikanischen Kultur: Man hängt die Flaschen (oder Gefäße) auf dem Kopf stehend auf bzw. stülpt sie so über die Äste, damit die bösen Geister hineinfahren und nicht mehr rausfinden. Und wenn dann tagsüber die Sonne drauf fällt, dann verbrennen sie.

Nach circa einer Stunde fuhr ich dann weiter. Als nächstes stand die Clarkson Covered Bridge auf dem Programm. Die ist irgendwie „gewaltig“ und man kann die Struktur wirklich gut sehen. Noch mehr hat mich aber das ganze Drumherum erfreut, denn dort stand eine kleine Mühle, mit dem dazugehörigen Pond und noch einem alten Häuschen. Sehr idyllisch

Weiter ging es durch das nördliche Alabama, abseits von den großen Highways. Die Fahrt hat mir sehr gut gefallen, es war total entspannt. Die Straßen winden sich durch Farmgebiete mit hübschen Häusern, Weiden mit netten Zäunen und glücklichen Kühen

Dazwischen immer mal ein Waldstück, alles saftig grün, mal wieder eine kleine verschlafene Ortschaft. Das war eine richtige Wohltat zur Hektik der Großstädte. Im Laufe des Tages verschwanden die Wolken immer mehr und die Sonne kam raus.

Der letzte Stopp erfolgte dann am Historic Jail at Houston. Eine Blockhütte, die früher als Gefängnis gedient hat und direkt neben der Straße steht.

Nun ging es aber nach Russellville zum Hotel. Als ich dort ankam, stand vorm Eingang eine ganze Horde Teenies und es herrschte ein Gekreische, das war nach der Idylle der Fahrt eine richtig harte Landung In der Lobby ging es gerade so weiter....

Ich fügte also meiner Aufzählung „no connecting door, not beside elevator or stairs, not beside/nearby vending“ noch „not beside these kids“ hinzu. Alle meine vorgetragenen Wünsche wurden erfüllt

Ich relaxte eine Stunde am Pool, dann fuhr ich mal den Hwy 93 eine Meile rauf und runter um zu schauen, was es denn an Restaurants so gab: Gar gar nix – nur Fastfood Läden. Aber dann entdeckte ich quasi fast vor meinem Hotel einen BBQ Laden. Mit den Dingern hatte ich ja gute Erfahrungen gemacht. Und so war es auch heute, meine Pulled Pork Plate war wirklich lecker.

Ich recherchierte nochmal kurz im Internet. Schließlich gab es einen Grund, warum ich hier in Russellville war: Den Dismals Canyon. Schon seit Monaten beobachte ich dessen Webseite, die leider noch immer ein „closed“ vermeldete… Aber ok, vielleicht wurde die Webseite auch einfach noch nicht aktualisiert…

Kurz nach 22 Uhr lag ich im Bett.