Variety of the South

Freitag, 7. Juni 2024

Als ich um 6 Uhr vor dem Motel meine Guten-Morgen-Zigarette rauche, war ich von himmlischer Ruhe umgeben
Aber als ich kurz vor 8 Uhr zum Frühstück ging, landete ich im Irrenhaus… Der größte Schwung der Teenies war durch, aber ein paar Nachzügler sorgten gleich morgens für ordentliche Lautstärke und unordentliches Chaos am Buffet.

Dann setzte sich noch eines dieser Pubertiere mir genau gegenüber an den Tisch und von Tischmanieren hatte der noch nie was gehört. Er fraß – anders kann man es echt nicht bezeichnen - mit offenem Maul Igitt, ekelhaft… geht gar nicht… Sowas kann ich nicht ab… Katzen essen mit deutlich mehr Manieren, Anstand und Grazie … Erbost und angewidert schnappte ich mir meinen Kaffee und zwei Scheiben Toast und flüchtete nach draußen. Zum Glück hatte ich auf der Rückseite vom Best Western eine kleine Grill-Ecke mit Tisch und Stühlen entdeckt, dort verzehrte ich dann mein karges Mahl.

Heute war ein strahlend schöner Tag, tiefblauer Himmel, keine einzige Wolke. Ich fuhr einfach mal zum Dismals Canyon hin, vielleicht war vor Ort doch was anderes, als im Internet stand. Aber dem war leider nicht so. Das Tor war verschlossen

Also ging es weiter zur Natural Bridge of Alabama . Ich wusste, dass sie schwierig zum Fotografieren ist, weil man eigentlich keinen Platz hat, um das imposante Teil gesamtheitlich „von außen“ zu fotografieren. Der kurze Weg führt kurvig dorthin und durch die üppige Vegetation gibt es irgendwie keinen geeigneten Standpunkt. Aber es war schon interessant, dann unter der Bridge bzw. in dem dahinter liegenden Alkoven zu stehen.

Anfangs war ich ganz alleine dort, aber dann kamen innerhalb kurzer Zeit mehrere Grüppchen an und ich lief zurück zum Parkplatz.

Ich beschloss zu Pond Spring,The General Wheeler Home zu fahren.

Im Internet hatte ich hübsche Bilder gesehen und so ein schnuckeliges Häuschen vor tiefblauem Himmel – das hat doch was. Im Gegensatz zu gestern war die Fahrerei absolut zäh. Ich fuhr die ganze AL 33 – die kompletten 40 Meilen und das war so langweilig. Fast nur durch Wald, man sieht gar nix, keine Abwechslung

Und als ich dann bei Pond Spring ankam, sah das alles gar nicht so nett aus. Der Garten war nicht gepflegt, am Haus waren Fenster teilweise mit Folie abgeklebt… es gibt bessere Zeitpunkte für einen Besuch…

Ich wollte keine Haustour aber ich wollte auch nicht unangemeldet dort rumtapsen, also klopfte ich an der Tür für die Haustouren. Es kam eine Frau heraus und ich schilderte mein Anliegen und erhielt die Auskunft, dass der Besuch der Grounds kostenlos ist. Und dass gerade etwas renovieren – echt, also auf die Idee wäre ich jetzt nicht gekommen…

Sie gab mir noch einen kleinen Plan und zeigte wo ich hin kann. Naja, ein Plan ist ein Plan und kann von der Realität abweichen. Hier wurde glaub seit Jahren nix gemacht, denn die Wege waren kaum zu erkennen, so zugewachsen waren sie. Lange hielt ich mich nicht auf. Und als ich dann wieder vorn beim Haupthaus war, stand dort ganz dekorativ ein Fahrzeug von den Bauarbeitern da...

Sehr authentisch das alles

Ok, der Tag war also so mittelmäßig erfolgreich… ich fuhr zurück nach Russellville, wo ich gegen halb 2 ankam. Ich schaffte den Foto und die Kühltasche auf das Zimmer, dann fuhr ich noch über den Hwy 43 drüber, denn auf der anderen Seite war genau gegenüber der Walmart. Hier holte ich gleich noch eine Packung Wasser.

Und dann verbrachte ich gemütlich ein Weilchen am Pool und las meinen Krimi fertig Zum Abendessen ging ich nochmal zu dem BBQ Laden, war ja zu Fuß nur ein paar Minuten entfernt.

Heute entschied ich mich für ein Smoked Chicken Sandwich mit Fries. War auch sehr gut. Also das BBQ Zeugs haben sie wirklich drauf.

Und ich musste schmunzeln, sowohl im Hotel, als auch im Walmart, als auch hier im BBQ Laden: Überall liefen die Songs der guten 80iger im Radio

Zurück im Motel setzte ich mich später noch mit einer kalten Cola und meinen Zigaretten auf eine der Bänke hinter dem Motel und beobachtete einen richtig „kitschigen“ Sonnenuntergang à la Szenenbild von „Vom Winde verweht“. Es hat nur noch Scarlett mit der Möhre in der Hand gefehlt