Variety of the South

Dienstag, 18. Juni 2024

Wider Erwarten waren die Teenies brav und nachdem bis 22 Uhr ein Tumult auf den Fluren herrschte, war dann schlagartig Ruhe.

An diesem Morgen war erstmal das Ziel, möglichst gefrühstückt zu haben, bevor die Horde im Frühstücksraum einfiel. Daher war ich kurz nach 7 Uhr beim Frühstück und mein Plan ging auf: Ich war gerade fertig, da tauchten die ersten auf. Und in null Komma nix hatte man das Gefühl, sich auf einem Schlachtfeld zu befinden Eine Familie mit 4 Kindern tat ihr Übriges dazu Die Erzeuger ließen ihre Brut machen was sie will und Cornflakes flogen durch die Gegend, Orangensaftbecher fielen um und die arme Frühstücksmamsell war damit beschäftigt, auf den Knien auf dem Boden rumzurutschen, die Sauerei aufzuwischen und die O-Saft bekleckerten Beine der Plagen abzuwischen und sich zu entschuldigen.... Bitte???

Aus dem Teeny-Gegröle konnte ich raushören, dass die Summer Camp Gruppe um 8 Uhr zu einem Tagesausflug nach Savannah aufbrechen würde. Da holte ich mir doch erstmal noch in aller Ruhe einen Kaffee und wartete, bis die Höllenhorden weg waren. Halb 10 wäre ich startklar gewesen, wenn denn ein Gepäckwagen dagewesen wäre. War aber nicht. Zwei Rentnerpaare hatten die Gepäckwagen gekapert und das dauerte... aber ich war stur und „saß es aus“, alles einzeln runter zu bugsieren wäre auch nicht schneller gewesen.

Kurz vor 10 Uhr hatte ich alles im Auto und fuhr gleich noch gegenüber zum Tanken, dann ging es aber los. Auf der Fahrt nach Thomasville hatte ich nur einen Stopp geplant, am Laura S Walker State Park. Im Internet hatte ich Fotos von einem netten Boardwalk mit so hübschen Bäumen im Wasser gesehen.

Gegen 11.20 Uhr war ich dort, bezahlte im Office mein Tagesticket und erkundigte mich, wo der Boardwalk ist. Ich erhielt die Auskunft: Wieder aus dem Park rausfahren, 2 Meilen nach Norden, dort ist dann eine Parkmöglichkeit und dann den Trail lang. Sie zeigte es mir auf einer Karte. Ok, also habe ich die Anweisungen befolgt.

Nur nach 2 Meilen war nix Kein Parkplatz, kein Schild, kein Trail..??? Und ich war fast wieder auf dem Hwy 82 !

Also Dreherle und nochmal gucken. Und kurz bevor ich wieder am Eingang vom State Park selbst war sah ich einen Parkplatz und was, was vielleicht ein Trail sein könnte. Also anhalten und mal gucken. Ein Auto stand noch da und deren Besitzer kamen gerade zurück. Ich fragte sie, ob das der richtige Weg zum Boardwalk wäre und sie bestätigten dies. Ein kleines dezentes Hinweisschild wäre nicht schlecht gewesen.

Es ging 0,7 Meilen durch den Wald, ich nenne es gerne „Dschungel“, denn es ist schon eine ganz andere Art von Wald, als wie wir es von daheim kennen. Und dann kam der Boardwalk. Aber die hübschen Bäume waren nicht da Man sah noch „Stümpfe“, wo sie mal gestanden haben. Nur in der Ferne sah man ein paar intakte Exemplare.

Ich schlenderte über den Boardwalk und am anderen Ende war eine Frau, die angelte.

Offenbar bissen die Fische nicht und ihr war langweilig, denn sie hörte gar nicht mehr auf, von dem Alligator zu erzählen, den sie kurz vorher gesehen hatte Und ich wollte doch nix anderes machen, als die Wolkenlücken zu nutzen, um zu fotografieren. Aber sobald sie irgendwo eine Spiegelung auf dem Wasser sah (und davon gab es viele...) machte sie mich auf den möglichen Alligator aufmerksam und erzählte mir seine Geschichte

Was interessiert mich dieser f***ing Alligator... Ich hatte bald Gefühl, ihn so gut zu kennen, wie meinen Bruder, wenn ich denn einen hätte...

Gegen 12.30 Uhr war ich wieder zurück und fuhr nochmal fix in den Park, um eine kleine Pause zu machen. Eine halbe Stunde später startete ich dann Richtung Thomasville. 105 Meilen. Mein Navi erzählte mir was von etwas über 2 Stunden. Gefühlt waren das mehr... es zog sich. Obwohl man weitgehend 65 fahren darf, kommt man doch immer wieder durch Orte und da geht es dann deutlich langsamer. Aber irgendwie war es auch wieder nett, weil man so auch mal ein paar Ansichten von diesen kleinen Orten bekam.

15:15 Uhr war ich am Hampton Inn. Das große Bild hinter der Rezeption ließ mich sofort grinsen

Der Check-in war fix erledigt und man ging auf alle meine Wünsche ein (auch wenn ich kein Member bin – in Thomson war man was das betrifft ja bissl verschnobt). Ich war sehr, sehr zufrieden mit meinem Zimmer und ging dann erstmal eine Weile an den Pool. Auch sehr hübsch.

Ich war vorher an einem Longhorn Steakhouse vorbei gefahren und hatte Appetit auf ein Steak, also fuhr ich dann die knappe Meile nach Süden. Die Steaks sind einfach unheimlich gut dort.

Abends saß ich dann eine ganze Weile lesend in der Raucherecke.