Samstag, 3. Juni 2023

Heute hatte ich bis 6 Uhr geschlafen und war somit eine Stunde später wach, als an den bisherigen Tagen. Als ich um halb acht was frühstücken gehen wollte, musste ich erst nochmal umdrehen, denn im Frühstücksbereich gab es nur 5 Tische und die waren belegt. Aber nach einer Zigarettenlänge war dann was frei geworden und ich verspeiste meine zwei Scheiben Toast mit Marmelade und etwas Rührei. Auf dem Rückweg zum Zimmer kam unter einem Auto eine kleine schildplattfarbene Katze hervor und miaute vorwurfsvoll. Sie kam mir auch hinterher, als ich an den Rand des Parkplatzes ging, um eine zu rauchen.

Warum finden sie immer mich?

Punkt 9 Uhr war ich in Natchitoches an der Front Street und ergatterte auch gleich einen Parkplatz, am südlichen Ende. Ich schlenderte die Straße einmal hoch und wieder runter.

Dann fuhr ich zum Steel Magnolia House. Direkt davor konnte man nicht parken, das hatte ich beim Vorbeifahren schon gesehen, jetzt bog ich in eine Seitenstraße ab.

Weiter ging es zum Fort St. Jean Baptiste. Ich sah mir sogar den 12minütigen Film im Visitor Center an, denn erstens konnte man mal kurz sitzen und zweitens war es angenehm klimatisiert. Heute war die Hitze wirklich dolle. Dann schlenderte ich den kurzen Weg zum Fort. Ich war sehr überrascht, wie klein das ist. In den Filmen wirken die Forts immer so riesig, wie richtige Städte, das hier war eher ein Dorf.

Anschließend fuhr ich wieder zur Front Street und bummelte durch diverse Souvenirläden. Aber bis auf ein kleines Erinnerungsglas und ein paar Postkarten sprach mich nicht wirklich was an, bzw. das, was mir gefiel, hätte gewichtsmäßig zu sehr zugeschlagen.

Während meines Bummels kam ich an einem Laden für Haustierbedarf vorbei. Und aus dem Augenwinkel entdeckte ich ein kleines Keramikschild für Katzenliebhaber. „Ich möchte jedes meiner neun Leben mit dir teilen“. Schon da fingen die Tränen an zu laufen. Wie ferngesteuert betrat ich den Laden, denn das musste ich haben. Und noch ein weiteres „Home ist where my cat is“. Danach muss ich erstmal auf einer Bank eine Zigarette rauchen und tief durchatmen.

In einem „etwas alternativ angehauchtem Cafe“ trank ich einen Iced Macciato.

Es war jetzt richtig, richtig heiß und drückend und ich fuhr zum Walmart, denn mein Wasser ging zur Neige. Und ich kaufte auch eine Tüte Brekkies für die Streunerchen am Motel.

Eigentlich wollte ich noch eine Bootstour machen, lt. Internet würden die Touren jede halbe Stunde starten. Nur als ich dort ankam, hing dort ein Zettel, dass aktuell die Touren nur 3x täglich stattfanden. Die um 14 Uhr hatte ich gerade verpasst, die nächste wäre um 16 Uhr. So lange wollte ich nicht warten, dann vielleicht morgen, lt. Schild gab es am Sonntag zwei Touren, eine um 14 Uhr und eine um 16 Uhr.

Gegen 15 Uhr war ich dann wieder am Motel und suchte mir am Pool ein Plätzchen. War gar nicht so einfach, denn dort war Mutter Flodder, aber nicht mit Söhnen sondern 5 Töchtern und deren Brut... Durch meine Sonnenbrille hindurch beobachtete ich das Treiben...

Mittlerweile waren Wolken aufgezogen, so wie bisher immer am Nachmittag. Aber diese verflüchtigten sich nicht, sondern türmten sich auf Ich verwarf meinen Plan, zum Abendessen in ein Restaurant entlang der Front Street zu gehen bzw. zu fahren, denn wenn ich es kann, dann vermeide ich es, bei Regen zu fahren. Der kann hier so sein, als wenn ein Feuerwehrschlauch auf die Frontscheibe gerichtet ist... Also nochmal rüber zum Mexikaner, heute entschied ich mich für Fajitas und auch die waren wirklich gut.

Als ich das Restaurant verließ kamen die ersten Tropfen und zwei Minuten später, als ich das Motel erreicht hatte, öffnete der Himmel seine Schleusen. Es regnete so stark, dass sich am Boden Blasen bildeten und dann kamen auch Blitz und Donner hinzu. Ich hatte also alles richtig gemacht, denn wenn ich nochmal in den Ort reingefahren wäre, hätte mich das Wetter voll erwischt.

Das Gewitter dauerte fast drei Stunden, dann gab es ab und zu kurze Regenpausen. In einer solchen beobachtete ich, wie aus den Rasenflächen und aus dem kleinen Wald nebenan richtige Nebelschwaden aufstiegen.

Als ich zum Rauchen nach draußen ging, schaute mich unter der Treppe die kleine Schildplattkatze an und miaute ganz vorwurfsvoll. Gut erzogen wie ich bin, ging ich sofort nach drinnen, um eine Portion Brekkies zu holen. Sie schien echtes Futter nicht gewöhnt zu sein, denn sie verschluckte sich erstmal. Kurz darauf kam ihr Kumpel oder Bruder ein kohlrabenschwarzer Kater und die beiden wechselten sich ab, mit Fressen und Wache halten. Sie scheinen ein eingespieltes Team zu sein