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| Sonntag, 4. Juni 2023
Als ich um 6 zum Rauchen nach draußen ging, war der Himmel noch wolkenverhangen. Aber man konnte schon erahnen, dass sich die Sonne durchsetzen würde.
Die beiden Katzen-Teenies entdeckten mich, kamen sofort zu mir und ich servierte ihnen ihr Frühstück.
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| Dann war ich an der Reihe, heute musste ich nicht warten, Familie Flodder befand sich zwar auch im Frühstücksbereich, aber ein Tisch war noch frei. Auch wenn man den nur über Umwege erreichte, da sie ihn mit dem Rollator von der einen Seite blockiert hatten... Egal.
Um 9 Uhr fuhr ich los, heute würde es wieder sehr „plantagig“ werden Zuerst kam Melrose Plantation dran. Als ich auf den Parkplatz fuhr, war das Tor zum Plantagengelände zu und mit einem großen Closed-Schild verziert. Darf jetzt nicht wahr sein, oder... Ich ging nach vorne, wo ein anderes Schild hing und – puhhhh – sie öffnen um 10 Uhr, jetzt war es erst halb zehn. Ich stellte James im Schatten einer großen Live Oak ab, rauchte eine Zigarette und hing meinen Gedanken nach.
Kurz vor 10 kam dann jemand und öffnete das Tor. Mittlerweile war noch ein anderes Auto eingetroffen. Ich beeilte mich, vor ihnen im Gift Shop zu sein, um ein Ticket zu kaufen. Das Risiko, dass die vier Leute beim Ticketkauf alles von der Grundsteinlegung an erfahren wollten, wollte ich nicht eingehen 
Mit Ticket-Aufkleber auf dem T-Shirt und einem netten Infoblatt auf Deutsch in der Hand erkundete ich dann das Areal und freute mich über diesen schönen Morgen.
Besonders haben mich die Live Oaks fasziniert. Hier in der Gegend hängt kein Spanish Moss drauf, sondern es wächst Farn auf den riesigen Ästen. Diese sehen dadurch ganz flauschig aus. |
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Nach einer Stunde hatte ich alles gesehen, was ich sehen wollte und machte mich auf zur nächsten Plantage: Magnolia Plantation, gehörend zum Cane River Creole National Historical Park. Es waren nur ca. 5 Meilen auf dem LA119 nach Süden, aber kurz vor dem „Ziel“ stand ein Schild, dass die Straße weiter vorn gesperrt und nur für Locals zugängig sei Lt. Navi waren es noch 1,2 Meilen bis Magnolia.... Und tatsächlich, die letzten Meter waren gesperrt und es hing ein Schild dran, zur Magnolia soll man die LA1 nutzen… Weiß der Geier wo die ist… Seit ich mit Navi fahre, habe ich quasi immer null Ahnung, welche Straße wo ist, wie sie heißt usw… Doof.... 
Gedanklich strich ich die Magnolia Plantation und aktivierte die Oakland Plantation im Navi. Aber auf der weiteren Fahrt begegnete mir dann wieder ein Hinweisschild zur Magnolia Plantation und ihr fuhr diesem einfach mal nach. Auch hier kam kurz darauf wieder ein Schild, dass die Straße nach einer Meile gesperrt ist. Lt. Navi waren es noch 1,1 Meilen.... Als ich an der Sperrung ankam, stand aber dran, dass man zu Magnolia fahren darf. Den Parkplatz sah man von dieser Stelle auch schon.
James war das einzige Auto. Alles wirkte wie ausgestorben... Der Himmel war bleigrau, die Luft flirrte, es war unheimlich drückend – hoher Gruselfaktor.... Ich drehte trotzdem die kleine Runde. Zum Haupthaus darf man nicht hin, das ist in Privatbesitz, man sieht verschiedene Produktionsgebäude und das Wohnhaus vom Sklavenaufseher.
Der Fokus von Magnolia liegt aber eindeutig auf den Sklavenquartieren. Es war eine ganz eigenartige Atmosphäre, als ich über den Feldweg zwischen den Slave Cabins entlang lief. |
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Zum Schluss kam noch die Oakland Plantation dran. Nach der totalen Einsamkeit von Magnolia steppte hier quasi der Bär. Auf dem Parkplatz standen bestimmt 15 Autos und entsprechend war auch die Wartezeit für personenfreie Fotos oder auch Frust, wenn plötzlich doch jemand um eine Ecke kam, wenn man gerade auf den Auslöser drückt. Vorzugsweise tragen diese Personen neongelbe oder orangefarbene T-Shirts... Im Gegensatz zu Magnolia wirkte Oakland regelrecht verspielt mit seinem hübschen Garten. |
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Kurz nach 14 Uhr war ich zurück im Motel, akklimatisierte mich ein Weilchen und zog mir was Trockenes an. Dann fuhr ich nochmal nach Natchitoches zur Front Street, denn ich wollte ja die Schifffahrt auf dem Cane River machen. Auf dem Schild stand gestern, dass die heute um 14 und um 16 Uhr stattfindet. Als ich dort ankam, hatte das Schiff gerade angelegt und eine Hand voll Leute stieg aus. Mir schwante schon was... und so war es dann auch. Auf meine Nachfrage hin erhielt ich die Antwort, dass heute nur eine Tour stattfindet und die wäre gerade vorbei. Schade, aber ärgern ändert auch nichts. Ich schlenderte also nochmal die Front Street entlang – aber ein Sonntag ist in Natchitoches nicht wirklich für Touristen geeignet. Oder es liegt am Zeitpunkt, vielleicht ist gerade totale Tote-Hosen-Saison? Ich fuhr also wieder raus zum Motel, tankte dort gleich noch James voll und ging für ein Stündchen an den Pool. Der Flodder-Clan schien abgereist zu sein, denn es war herrlich still und leer 
Zum Abendessen war ich wieder beim Mexikaner, heute entschied ich mich für Tacos. Als ich zum Motel zurück kam, wurde ich von den zwei Katzen-Teenies laut miauend empfangen und sie bekamen gleich neue Brekkies. Der Himmel war schon wieder sehr dramatisch, dann setzte Wind ein und es folgte wieder ein langes und heftiges Gewitter. Es regnete fast waagerecht und ich sah, dass sich beide Katzen unter meinem Auto verkrochen hatten. Warum denn meins? Dann wurde mir es klar: James war einer der wenigen SUVs hier. Entweder waren es normale PKWs oder Pick-ups. Die normalen Autos sind niedrig, das ist unbequem. Die Pick-ups sind um einiges höher und wenn es sehr stark regnet bieten die nicht so viel Schutz. Also war James perfekt für die Miezels, zumal er nicht direkt vor den Türen der Motelzimmer stand, sondern quasi in zweiter Reihe.
Ich packte mein Zeug zusammen, überspielte die Fotos usw. Es wurde ein entspannter Abend. Ich lernte es wirklich zu schätzen, wenn man schon zeitiger alles erledigt hat  |
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