Dienstag, 6. Juni 2023

Das Frühstück im Hotel war mehr als ok Rührei, Patties, diese Maisbrötchen mit diesem weißen Grit-Zeugs (hab ich noch nie probiert), Joghurt, die obligatorischen Cornflakes, Waffeln zum Selberbacken, diverse Süßteilchen. Toastbrot, Bagels, Cream Cheese. Und sogar Porzellangeschirr und richtiges Besteck

Gegen 9 Uhr machte ich mich auf den Weg. Ich hatte daheim schon per Google Maps Street View geschaut, wann für welches Haus die beste Tageszeit ist. Für Dunleight passte es perfekt, das Haus strahlte im Sonnenlicht

Für Auburn war es fast noch etwas früh.

Coctaw war auch prima, nur steht das Haus wirklich direkt an der Straße, also ohne Vorgarten und ich bekam es gar nicht gescheit aufs Bild. Für eine schöne Frontalansicht hätte ich micht sehr weit in den gegenüberliegenden Nachbarsgarten hinstellen müssen, aber sowas will ich nicht

Zu Monmouth und Linden fuhr ich zwar hin, aber dort kam ich mir echt blöde vor, mich auf den Parkplatz der Gäste zu stellen, um zu fotografieren. Denn beide sind ein B&B.

Der Wasserturm hatte noch Gegenlicht, dazu ein paar Wölkchen, nicht ideal.

Natürlich besuchte ich auch wieder Tripod : 1979 tauchte in der City Hall eine hinkende Katze auf. Die Angestellten riefen den Tierarzt, der eine Vorderpfote amputieren musste, um das Leben des kleinen Streuners zu retten. Die Mitarbeiter päppelten ihn liebevoll auf und gaben ihm den Namen Tripod. Tripod blieb im Rathaus und wurde zum Maskottchen von Natchez. 1983 wurde er nach seinem Tod im Vorgarten der City Hall, im Rahmen von einem Gedenkgottesdienst, begraben und bekam einen schönen Grabstein.

Das nächste Ziel war Forks of the Road, in der Nähe der heutigen Kreuzung Liberty Road und D'Evereux Drive. Hier war vor dem Bürgerkrieg der zweitgrößte Sklavenmarkt im tiefen Süden. Die elenden Baracken, die damals als Sklavenpferche dienten, wurden nach dem Bürgerkrieg abgerissen und heute findet man an dieser Stelle verschiedene Gedenk- und Infotafeln.

Dann fuhr ich erstmal zur Post, um Briefmarken zu kaufen.

Nun stand das Magnolia Casino auf dem Programm. Es verdient den Namen nicht! Ich kenne Las Vegas, meine erste „Casino-Stadt“ und ich bin schon oft dort gewesen. Und ich weiß auch, dass man die Casinos dort nicht mit anderen Casinos vergleichen darf. Aber ich kenne auch Laughlin und die Casinos in Vicksburg und Biloxi und auch dort haben die Casinos innen und außen einen gewissen Flair.

Das war hier gar nicht gegeben. Dieses Casino liegt direkt am Mississippi. Von außen sieht es aus, wie eine größere, graue und unscheinbare Fischerhütte. Die Lage und das unscheinbare Äußere ließen mich sofort an eine zwielichtige Spelunke denken. Und innen verstärkte sich dieser Eindruck noch, kein Glanz und Glamour, wie man es von Casinos eigentlich kennt. Alles sehr dunkel und irgendwie miefig 10 Dollar waren schnell verloren und ich daher auch schnell wieder weg.

Draußen setzte ich mich vor dem Eingang noch auf eine Bank, um eine zu rauchen, da kam ein älterer spindeldürrer Mann angeschlurft, der irgendwas davon brabbelte, noch nie woanders als in Natchez gewesen zu sein.

Dabei verbreitete er eine Alkoholfahne um sich, ich glaube, wenn ich danach hätte pusten müssen, das Messgerät hätte was angezeigt

Da das Magnolia Bluffs Hotel ja direkt in der Stadt lag, hatte ich darauf verzichtet, die Kühlbox aufzufüllen und so fuhr ich kurz ins Hotel, um den innerlichen Wasservorrat aufzufüllen.

Dann ging es weiter. Nochmal zum Wasserturm, jetzt bei deutlich besseren Lichtverhältnissen. Gleich daneben liegt Stanton Hall, das – neben Dunleight - meiner Meinung nach prächtigste Gebäude in Natchez

Nun wollte ich zu Melrose. Dort angekommen informierte eine fest installierte Tafel „open daily von 9 – 5“

Am Tor, welches geschlossen war, klebte ein ausgedruckter Zettel „Closed on Tuesdays“... Heute war Dienstag…

Dann ging es zu Rosalie. (Bei diesem Namen sehe immer gleich die Eule aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel vor meinem inneren Auge )

Der Eingang befindet sich auf der Rückseite, da diese aber auch recht prachtvoll ist, wird sie glaub öfters für die Vorderseite gehalten. Mir fiel der Unterschied erst anhand einer Postkarte auf.

Dann war ich „gar“ Es war jetzt 14 Uhr und sehr heiß. Also Zeit, um sich am Pool etwas abzukühlen.

Gegen 17 Uhr drehte ich dann noch eine kleine Runde, erst zu Ravennaside und dann noch zu Magnolia. Magnolia hatte seit meinem letzten Besuch in 2015 einen neuen Anstrich bekommen. Damals wirkte das Haus ziemlich „verlassen“. Die Farbe blätterte ab, alles war nicht mehr gepflegt. Das war jetzt anders. Auch der Farbton. Damals in sanften gelb-beige, trägt es heute braun.
Nun hatte ich mir aber das Abendessen verdient und fuhr zum Magnolia Grill. Heute gab es wieder ein typisches Südstaaten-Gericht „Fried Green Tomatoes“. Sehr lecker und auch sehr würzig.

Im Patio vom Magnolia Grill war es regelreicht eiskalt und durch die Ventilatoren zog es wie Hechtsuppe.

Nach dem Essen wärmte ich mich draußen beim Rauchen erstmal auf und sah einem Mississippi-Dampfer beim Ablegen zu.

Die Brücke im Spätabendlicht ist immer wieder schön

Mein Zimmernachbar hatte heute offensichtlich Telefon-Tag. Die Gespräche waren so laut, teilweise hörte ich sogar die Stimme seiner Gesprächspartner Aber auch heute war er dann gegen 22 Uhr ruhig, so dass es für mich ok war.