Donnerstag, 15. Juni 2023

Heute war der letzte Hopser meiner Tour dran: Die sehr überschaubare Etappe von Slidell nach New Orleans. Da man ja i.d.R. erst ab 16 Uhr einchecken kann, ließ ich mir Zeit und fuhr erst gegen 10.30 Uhr vom Best Western weg.

Ich hatte mir noch ein paar kleine Sightseen-Punkte rausgesucht, nur leider waren die eher ein Flop Zuerst fuhr ich zur Justine Plantation in Mandeville. Leider prankte dort im Vorgarten ein riesiges Schild einer Maklerfirma, so dass man den Anblick der schönen Front nicht wirklich genießen konnte. Da war der Blick auf den Lake Pontchartrain, der ziemliche Wellen hatte, schon fast interessanter.

Dann ging es nach Covington zu Annadele's Plantation. Heute ist dies ein Restaurant, also würde es doch keine Probleme geben, hier ein paar Fotos zu machen. Ich umrundete das ganze Gebäude, nur fand ich nirgends den schönen Anblick, den ich auf diversen Bildern im Internet gesehen hatte Irgendwie wurden da wohl im Laufe der Jahre diverse „Anbauten“ drangeklatscht und es sah auch aus, als ob gerade renoviert wird, denn an einer Seite befanden sich ein Gerüst und verschiedene Abdeckungen.

Ok, ohne Foto weiter zum letzten geplanten Punkt: Wieder zurück nach Mandeville, zum Fairview-Riverside State Park. Dieser entpuppte sich aber nur als eine Art Campingplatz für Womos und diverser Spielplätze (also etwas, was ich meide, wie der Teufel das Weihwasser… )

Dann also auf Richtung New Orleans. Ich wollte noch beim Bayou Country Store eine kleine Shopping-Pause machen, aber als ich dort ankam, gab es den nicht mehr.

Ich sah, dass der Himmel Richtung New Orleans immer dunkler wurde. Toll… Bei Regen über diese blöde Brücke fahren... , da konnte ich mir besseres vorstellen. Also nicht mehr trödeln, sondern schnell über den Lake Pontchartrain, direkt zum Hotel und lieber dort in der Lobby rumsitzen und warten bis man einchecken kann.

Vor der Fahrt nach New Orleans hinein, hatte ich wirklich „Respekt“. Erst die sich in den Großstädten häufenden „Interstate-Knoten“, wo man bei acht oder mehr Fahrbahnen dann die richtige erwischen muss und dann das French Quarter mit seinem Geflecht aus Einbahnstraßen… Mein Hotel befand sich zwar dort am Rand, an der Rumpart Street, aber die Gefahr bestand, trotz Navi einmal falsch abzubiegen und dann hilflos im Gewirr der Einbahnstraßen gefangen zu sein…

Aber es lief wie geschmiert und ich erreichte problemlos das Best Western French Quarter Courtyard Hotel. Ich stellte James direkt vor dem Eingang im Parkverbot ab, bzw. auf den für Taxis reservierten Bereich. Die Eingangstür zum Hotel ließ sich nicht öffnen, aber da genau gegenüber die Rezeption war, sah man mich winkend vor der Türe rumhampeln und betätigte den Türöffner. Ich konnte sogar schon einchecken und erhielt die Erklärung, dass man das Hotel nur mit Zimmerkarte betreten kann, die muss man außen neben der Eingangstür an ein Lesegerät halten. Für den Parkplatz bekam ich eine Fernbedienung, zum Tor-Öffnen.

Und dann begann das eigentliche Abenteuer… dort einparken. Ausgangslage: Die Parkplätze sind kleiner als in D, die meisten Autos aber viel größer. Ich weiß nicht, wie oft ich vor und zurück rangiert habe, bis ich gut in einer der wenigen freien Parklücken stand

Mit der ersten Ladung von meinem Gepäck machte ich mich auf den Weg zum Zimmer.

Schon als ich den Innenhof betrat war ich sehr angetan und zu meiner Freude stellte ich fest, dass mein Zimmer auch zum Innenhof liegt. Richtig, richtig schön (Auch wenn mir zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass dies auch Nachteile mit sich bringen würde.) Ich war fast zu Tränen gerührt. Das Zimmer selber war nicht sehr groß, aber ausreichend. Lediglich die Kommode hätte etwas kleiner sein dürfen, dafür wäre ein Tisch mit einem Stuhl praktisch gewesen. Aber egal, ich wollte ja die Zeit in New Orleans nicht am Schreibtisch verbringen.

Als ich die zweite und dritte Ladung Gepäck nach oben bugsierte hörte ich ein Donnergrollen und es fielen auch ein paar Regentropfen. Aber kein Vergleich zu den Gewittern, die ich früher schon in New Orleans erlebt hatte. Das Gewitterchen war schnell vorbei und kurz danach kühlte ich mich im Pool ab. Gegen 17 Uhr begab ich mich auf einen ersten Streifzug. War es bisher schon schwül gewesen, so hatte sich dies durch den kurzen Regenguss noch verstärkt

Nach nur wenigen Minuten war ich quasi im Herzen vom French Quarter. Es war so schön, wieder hier zu sein Aber mir fiel auch sofort auf, dass etwas anders war: Bei meinen bisherigen Besuchen war fast jeder dieser schönen Balkone mit den verschnörkelten Eisengeländern mit üppigen Pflanzen in Kübeln oder Hängeampeln geschmückt. Heute waren viele dieser Balkone verwaist und nur wenige zeigten sich in der gewohnten Pracht. Ich lief durch ein paar der bekannten Gassen und stöberte in ein paar Shops.

Gegen 18 Uhr ging ich zum Abendessen ins Pere Antoine‘s Restaurant und ließ mir den New Orleans Sampler schmecken. Kurz nach 19 Uhr war ich wieder im Hotel und genoss den Abend lesend im Innenhof.

Dort machte ich jetzt zum 2. Mal in diesem Urlaub Bekanntschaft mit so blöden Stech-Viechern