Variety of the South

Montag, 10. Juni 2024

Halb sieben wachte ich auf, kochte einen Kaffee und nahm ihn mit nach draußen. Es war stark bewölkt, in der Nacht hatte es geregnet. Lustlos aß ich 2 Scheiben Toast und etwas Rührei.

Gegen halb 9 machte ich mich dann auf den Weg und erreichte 40 Minuten später das Rental Car Center. Dort folgte ich den Return-Schildern und sagte dann dem Angestellten, dass ich das Auto tauschen möchte. Er hatte das Notrad schon entdeckt und ihm war gleich klar, warum ich hier bin. Ich stellte Blacky ab, bekam einen Papierschnipsel, fuhr die Rolltreppe hoch und tippelte zum Pick-up, wo ich den Schnipsel vorzeigte.

Dort verbrachte ich dann die längste Zeit, weil erst kaum SUVs da waren, dann wurden welche hochgefahren, aber mittlerweile kamen immer mehr Leute und bevor ich die Autos noch inspizieren konnte, hatten andere das Auto schon in Beschlag genommen. Fords gab es mehrere, aber die wollte ich nicht wegen dem Spruch „mit dem Ford fort mit dem Zug zurück...“ Hyundai wieder nur die mit dem kleinen Kofferraum oder Riesenschiffe mit drei Sitzreihen und ein paar andere, die mir alle irgendwie nicht gefielen...

Und dann kam er angefahren
Wieder ein Nissan Rogue, silber-messing-weiß

Ihr kennt solche Momente vielleicht aus Filmen, wenn etwas wie eine Offenbarung erscheint:
Umgeben von strahlendem Licht.
Begleitet von Fanfaren- und Harfenklängen.
Engels-Chöre ertönen und singen Halleluja.

So in etwa war das

Als der Fahrer ausstieg schwebte ich regelrecht auf ihn zu und fragte gleich, wie viele Meilen der Nissan hat. Gerade 4.000. Ich bat ihn zu schauen, wann der Ölwechsel fällig ist...

Er rief einen Kollegen und der klickte sich so lange durch den Bordcomputer durch, bis er es rausfand: in 3.500 Meilen – perfekt. So weit würde ich nicht mehr fahren. Ich umrundete das Auto mehrfach und sah mir vor allem die Frontscheibe ganz genau an. Nichts, keine Macken, alles perfekt… das Strahlen um das Auto herum wurde noch intensiver.

DAS war mein Auto

Ich fuhr zum Ausfahrt-Schalter, dort wurde dann dieser Wagen in meine Buchung eingebucht und ich fuhr wieder hoch nach Acworth, zurück zum Motel. War alles total easy. Aber am Motel angekommen blieb mir fast das Herz stehen, als ich meine Tasche vom Beifahrersitz nahm: Am rechten Vorderreifen leuchtete mich im Sonnenlicht was Halbrundes an...
Kann nicht sein...
Kann einfach nicht wahr sein…
War es ein Stein, der so blöd im Profil sitzt, oder ein Nagel?

Ich konnte es nicht genau erkennen

Meine Laune sank erneut... Ich war gerade mal 50 min ohne schwere Gedanken gewesen...

Bissl Programm wollte ich aber machen und vor allem auch wieder „Vertrauen“ bekommen. Also fuhr ich zum Outlet und dann zur Gresham Mill.

Um Fotos zu machen, parkt man quasi in deren Einfahrt und so beeilte ich mich natürlich und vor lauter „schnell, schnell“ latschte ich einen Ameisenhaufen. Die Fotos entstanden also während ich abwechselnd auf einem Bein hopste und versuchte die Mistbiester vom anderen Bein abzuschütteln...

Anschließend fuhr ich nochmal zum Walmart, vor lauter Aufregung hatte ich gestern vergessen, Wasser zu kaufen. Als ich dann dort wieder ans Auto kam, war diese komische Stelle gerade wieder oben, so dass ich sie sehen konnte. Ich beschloss im Motel nach einem Reifen Service zu googeln und dort vorbei zu fahren. Sollen die gucken, was es ist und wenn es ein Nagel ist, dann sollen sie den Reifen gleich flicken.

In dem Moment hielt neben mir ein Auto mit einem Ehepaar und der Mann fragte ob ich Hilfe brauche.

Kläglich erwiderte ich, dass ich nicht weiß, was da in meinem Reifen steckt. Er stieg aus und ich klagte ihm kurz mein ganzes Leid. Er sah sich „dieses Ding“ an und sagte, er holt mal den Schraubenzieher und guckt genauer. Mit dem Schraubenzieher puhlte er es raus… Hurra! Es war nur ein Steinchen, welches sich im Profil festgeklemmt hatte. Ich hätte vor Erleichterung fast geweint… ok, ich habe geweint. Ich habe mich überschwänglich bedankt, er hat gemerkt, wie erleichtert ich war.

In nun vollkommen anderer Stimmung fuhr ich ins Motel, verbrachte eine gemütliche Stunde am Pool und fuhr dann zum 1885 Grill, wo ich mir einen leckeren Burger genehmigte.